Capricho No. 66
Tausenden von Frauen wurde der Aberglaube an Hexen und an deren dunkle Künste zum bitteren Verhängnis. In so genannten Hexenprozessen, nicht nur zu Zeiten der spanischen Inquisition, wurde ihnen unter qualvollster Folter das Geständnis abgerungen mit dem Teufel selber im Bunde zu stehen und mit ihm, als Gegenleistung, wollüstige Unzucht getrieben zu haben.

Vor allem Kräuter kundige Heilerinnen, die insbesondere von der Lobby der Ärzteschaft als unliebsame Konkurrenz empfunden wurden, waren besonders gefährdet, weil sie schnell in den Verruf kamen sich bei ihrer Heilkunst den Kräften dunkler Mächte zu bedienen.

Die Gründe für eine Denunzierung einer Frau waren aber so vielfältig wie die Fantasie der Menschen selber, die immer wieder neues Abgründiges rund um den Hexenkult hinzu erfanden.

Aufklärerische Köpfe, wie Goya auch, stemmten sich in vielfältiger Art und Weise gegen diese Form von Aberglauben. So ist die hier dargestellte Einweisung einer Junghexe im Ritt auf dem Besen auch eher wieder eine Metapher: "Die Alten vergiften mit ihrem Aberglauben schon die Jugend und halten damit die Ansicht am Leben, dass das Böse in Form von Hexen, Dämonen und Gespenstern von jedem Besitz ergreifen können der nicht Gottesfürchtig genug zu sein scheint".

Im Manuskript der Biblioteca Nacional heißt es hierzu: „Die verschlagenden Alten verlieren die Jungen; sie bringen ihnen das Fliegen bei und lehren sie, Schlangen und schlaue Taschendiebe zu sein“.
 
Die Flugstunde
Bleistift, Farbstift, Aquarell, Pastell
Wvz. 4633
Format: 700 x 500 mm

September 2010
 
* Allá vá eso - Da fliegt es

<<< zurück >>> weiter