Capricho No. 67
Eine eindeutige Interpretation zu dieser mystischen Szenerie ist bis heute nicht wirklich möglich.

Auch alle hierzu bekannten zeitgenössischen Kommentare widersprechen sich erneut und selbst bei der Zuweisung der Geschlechtlichkeit der Ziege, in der hier mir als Variationsvorlage dienenden Grafik Goyas - die zentral immanente Figuration, ist bis heute nicht wirklich geklärt.

Auch wenn ich selber, hier in meiner Variation, mit einer eindeutig weiblichen Figur agiere, so sollte dennoch in der Goya Grafik ein jeder die Hoden zwischen den Schenkeln der Ziege ausmachen können und nicht als überdimensioniertes weibliches Geschlechtsorgan interpretieren müssen.

Im Kontext der Hexen - und Aberglauben Thematiken Goyas, darf man annehmen, dass es sich hier um die Vorbereitung eines zum heidnischen Opfer bestimmten Tieres handelt. Dem entspräche auch die Tatsache, dass im spanischen, die "Salbung" und "Ölung" ("letzte Ölung") gleich lautend sind. Heidnische Opferung, oder Einführung in okkulte Mystik, gar eine wirkliche Salbung? Es bleibt offen!


Die Salbung

Bleistift, Farbstift, Aquarell, Pastell
Wvz. 4637
Format: 500 x 350 mm

Oktober 2010
 
* Ensayos - Versuche

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